Ein Blick hinter die Kulissen der Appenzeller® Milchwirtschaft
Wer an Kühe denkt, hat oft sofort das Bild von grünen Wiesen, grasenden Tieren und einem idyllischen Bauernhof vor Augen. Doch hinter der Haltung von Milchkühen steckt weit mehr, als dieses Bild vermuten lässt. Die Herstellung von Appenzeller® Käse beginnt bereits lange bevor die Milch in die Käserei gelangt.

Regionale Milch aus einer starken Partnerschaft
Appenzeller® Käse wird in rund 40 Käsereien in der traditionsreichen Region zwischen dem Säntis und dem Bodensee hergestellt. Ebenso regional wie die Käseproduktion ist auch die Herkunft der Milch: Rund 700 Bauernhöfe liefern täglich ihre Milch an die Käsereien. Das bedeutet, dass jede Käserei im Durchschnitt mit etwa 20 Milchbetrieben zusammenarbeitet.
Diese enge Partnerschaft sorgt nicht nur für kurze Transportwege, sondern auch für eine starke Verbindung zwischen Landwirtschaft, Handwerk und regionaler Tradition.

Die Kühe hinter dem Appenzeller® Käse
Für die Herstellung von Appenzeller® Käse wird vorwiegend Milch von Schweizer Braunvieh verwendet - unabhängig davon, ob die Tiere Hörner tragen oder nicht. Ein durchschnittlicher Milchbetrieb hält rund 30 Kühe. Damit stammt die Milch überwiegend aus kleineren, familiär geführten Betrieben.
Ein wichtiger Bestandteil der Tierhaltung ist das sogenannte RAUS-Programm (Regelmässiger Auslauf im Freien). Dieses schreibt vor, dass die Kühe von Mai bis Oktober an mindestens 26 Tagen pro Monat Zugang zur Weide haben. In den Wintermonaten von November bis April sind mindestens 13 Tage Auslauf vorgeschrieben. Damit wird sichergestellt, dass die Tiere viel Zeit an der frischen Luft verbringen können.
Was auf den Speiseplan kommt
Kühe sind Pflanzenfresser und Wiederkäuer. Dank ihres besonderen Verdauungssystems können sie pflanzliche Nahrung besonders effizient verwerten. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich frisches Gras, Heu und Emd.
Dabei sind Kühe echte Feinschmecker mit grossem Appetit: Im Sommer frisst eine Kuh täglich bis zu 80 Kilogramm frisches Gras, im Winter rund 20 Kilogramm Heu. Und wer viel frisst, bekommt natürlich auch Durst. Eine Kuh trinkt pro Tag zwischen 50 und 100 Liter Wasser, abhängig von Fütterung, Temperatur und Milchleistung.
Die Qualität des Futters spielt dabei eine entscheidende Rolle, sowohl für das Wohlbefinden der Tiere als auch für die Qualität der Milch. Während in vielen Milchbetrieben im Winter Grassilage eingesetzt wird, ist diese bei der Produktion von Appenzeller® Käse nicht erlaubt. Der Grund liegt in der Käseherstellung: Silage kann Gärungsbakterien enthalten, die den Reifeprozess beeinträchtigen könnten. Deshalb setzen die Milchlieferanten konsequent auf silofreie Fütterung.
Beeindruckende Fakten über unsere Milchprofis
| Fakt | Wusstest du schon? |
| Milchleistung | Eine Kuh produziert täglich zwischen 25 und 36 Liter Milch |
| Futtermenge | Im Sommer stehen bis zu 80 kg frisches Gras auf dem Menü, im Winter rund 20 kg Heu. |
| Wasser | Eine Kuh trinkt pro Tag zwischen 50 und 100 Liter Wasser |
| Lebenserwartung | Eine Kuh kann 15 bis 20 Jahre alt werden. |
| Milch für Käse | Rund 45 % der Schweizer Milch werden zu Käse verarbeitet. |


